Taschendiebe haben flinke Finger und gehen raffiniert vor. Sie fischen die Geldbörse aus einer unverschlossenen Handtasche heraus oder sie greifen unbemerkt beim Geld wechseln in das Portemonnaie ihrer Opfer. Insbesondere bei großen Menschenansammlungen und bei Gedränge treiben sie ihr Unwesen. Häufig gehen die Täter arbeitsteilig vor und lenken die Menschen ab.
In den letzten Tagen wurden bei der Polizei im Landkreis fast täglich neue Taschendiebstähle angezeigt. Mittlerweile haben sich bereits neun Geschädigte gemeldet. In einem Fall wurde einer 71-jährigen Rentnerin während des Einkaufs in einem Kaufhaus die gesamte Handtasche entwendet. Neben mehreren hundert Euro Bargeld hat die Geschädigte auch den Verlust des Ausweises und verschiedener Scheckkarten zu beklagen. Einem 38-jährigen Mann wurde die Geldbörse im Bereich des Bahnhofs gestohlen. Als er sie wieder fand fehlten mehrere Geldscheine. Nach einem Gedränge in einem Drogeriemarkt vermisste eine 59-jährige Frau ihren Geldbeutel. Sie hatte ihn in ihrer über die Schulter getragenen und offenen Handtasche verstaut. Eine Gaststättenbesucherin hatte ihre Handtasche für kurze Zeit unbeaufsichtigt gelassen. Es fehlten anschließend Bargeld, Ausweis und EC-Karte. Selbst bei einer betagten Seniorin hatten die Ganoven keine Skrupel. In einem Blumengeschäft nahmen sie aus ihrer am Rollator hängenden Handtasche ein Briefkuvert mit Geld und ein Mäppchen mit Ausweispapieren.
Die Polizei rät zur besonderen Vorsicht bei Gedränge und bei Veranstaltungen mit hohem Besucheraufkommen. Hand- und Umhängetaschen sollten in Supermärkten nicht unbeaufsichtigt am Einkaufswagen hängen gelassen werden. Bei oben aufliegende Geldbörsen in Einkaufskörben haben Langfinger leichtes Spiel. Mitgeführte Taschen oder Rucksäcke sollten verschlossen auf der Körpervorderseite oder unter dem Arm geklemmt getragen werden.
In der Vorweihnachtszeit ist die Polizei im Landkreis verstärkt auch mit Zivilkräften in den Innenstädten unterwegs. Verdächtigen Wahrnehmungen sollten zeitnah der nächsten Polizeidienststelle mitgeteilt werden.
Damit Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufsbummel und Veranstaltungsbesuche nicht unerfreulich enden, bietet die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle der Polizeidirektion Ravensburg unter Telefon 0751/803-2420 weitere Ratschläge und Verhaltenshinweise. Ein Merkblatt mit nützlichen Tipps ist zum Download angeschlossen.